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Software & Technologie

Claude Code: Wenn die KI nicht nur redet, sondern anpackt – Ein Blick in unseren Agentur-Alltag

Thomas C. Meyer
30. März 2026
6 min
KIDigitalisierungSoftwareentwicklungInnovationEffizienz
Claude Code: Wenn die KI nicht nur redet, sondern anpackt – Ein Blick in unseren Agentur-Alltag

Claude Code: Wenn die KI nicht nur redet, sondern anpackt

Die meisten von Ihnen werden in den letzten Monaten bereits Erfahrungen mit Künstlicher Intelligenz gesammelt haben. Vielleicht haben Sie ChatGPT genutzt, um eine E-Mail zu formulieren, oder eine Suchanfrage an ein Sprachmodell gestellt. Bisher fand diese Interaktion fast ausschließlich in einem geschlossenen Chatfenster in Ihrem Internet-Browser statt. Sie fragen, die KI antwortet – und den Rest der Arbeit müssen Sie doch wieder selbst erledigen.

Doch die Technologie entwickelt sich rasant weiter. Ich selbst und wir alle bei Lexacore nutzen seit einiger Zeit und mit wachsender Begeisterung Claude Code, das dieses Prinzip grundlegend verändert. Es handelt sich dabei nicht um einen bloßen Gesprächspartner, sondern um ein Werkzeug - wie eine KI eben, aber eine mit Händen und einem opponierbaren Daumen. Claude Code hat unsere Nutzung von KI nachhaltig verändert, und darum geht es heute.

Der Unterschied zum klassischen Chatfenster

Stellen Sie sich vor, Sie möchten Ihr Haus renovieren. Ein herkömmliches Werkzeug wie ChatGPT ist in diesem Vergleich wie ein sehr kluger Architekt, den Sie anrufen können. Er gibt Ihnen wunderbare Ratschläge, wie man eine Wand streicht oder welche Fliesen modern sind. Aber: Er kommt nicht vorbei. Den Pinsel müssen Sie am Ende selbst in die Hand nehmen.

Claude Code hingegen ist der Handwerksmeister, der direkt mit seinem Werkzeugkasten in Ihr Haus kommt. Er sieht sich nicht nur den Bauplan an, sondern er greift zum Hammer, wechselt die Leitungen aus und prüft am Ende selbst, ob alles funktioniert.

Während Sie zum Beispiel bei ChatGPT Texte kopieren und mühsam in Ihre eigenen Programme einfügen müssen, arbeitet Claude Code direkt auf Ihrem Rechner oder Server – also dort, wo die Software auch liegt. Es kann Dateien lesen, sie eigenständig bearbeiten und Programme direkt ausführen, um zu sehen, ob sie wie gewünscht arbeiten.

Wie wir mit Claude Code ganze Projekte bearbeiten

In unserem Agentur-Alltag nutzen wir Claude Code vor allem für komplexe Aufgaben, die früher viel Zeit in Anspruch genommen hätten. Anstatt der KI nur kleine Code-Schnipsel zu zeigen, geben wir ihr Zugriff auf das gesamte Projekt.

Ein großer Vorteil ist dabei das Verständnis für Zusammenhänge. Claude Code liest nicht nur eine einzelne Datei, sondern begreift die gesamte Architektur eines Projekts . Wenn wir beispielsweise eine neue Funktion für eine Kundenanwendung entwickeln, können wir Claude Code die Anweisung geben: „Implementiere eine neue Benutzeranmeldung und sorge dafür, dass sie mit unserer bestehenden Datenbank kompatibel ist.“

Die KI prüft daraufhin alle relevanten Dateien, nimmt die notwendigen Änderungen vor und führt im Anschluss automatisierte Tests durch, um sicherzustellen, dass keine Fehler entstanden sind . Für uns bedeutet das: Wir können uns stärker auf die strategische Beratung und die kreative Konzeption konzentrieren, während die KI die handwerkliche Fleißarbeit übernimmt.

Was sind „Skills“ und welchen Nutzen haben sie?

Ein Begriff, der im Zusammenhang mit Claude Code oft fällt, sind die sogenannten Skills (Fähigkeiten). Skills sind bei Claude Code Anweisungen, Werkzeuge oder auch Dateien, Kontexte, Schnittstellen, die immer wieder benötigt werden. Sie werden einmal als Skill hinterlegt und können danach immer wieder abgerufen werden. Claude macht das inzwischen auch eigenständig: Wenn Claude eine Aufgabe erhält, guckt er erst nach, ob er dazu schon einen Skill erhalten hat. Wenn ja, nutzt er den. Und wenn nicht, dann macht er ohne Skill weiter.

Man kann sich das wie die verschiedenen Aufsätze einer multifunktionalen Küchenmaschine vorstellen. Durch das sogenannte „Model Context Protocol“ (MCP) kann Claude Code auf externe Datenquellen zugreifen – etwa auf Dokumente in Google Drive, Aufgabenlisten in Projektmanagement-Programmen wie Jira oder Kommunikationskanäle wie Slack. Aber auch "weiche" Elemente wie eine bestimmte Firmenkultur, CI oder Kommunikationsvorlieben können als Skill hinterlegt werden.

Der Nutzen für Sie als Entscheider liegt auf der Hand: Die KI arbeitet nicht in einem isolierten Raum. Sie hat Zugriff auf die Informationen, die sie 1. für die Lösung einer Aufgabe benötigt und die 2. Ihren Standards oder Vorlieben entspricht.

Ein Wendepunkt in der KI-Landschaft

Claude Code hat die KI-Landschaft verändert, weil es den Übergang von der rein „generativen“ KI (die nur Inhalte erzeugt) zur „agentischen“ KI (die Aufgaben aktiv ausführt) markiert.

Bisher war die KI ein Berater. Jeder Output erforderte einen separaten Input. Jetzt wird sie zum Mitarbeiter, eigenständig, wenn man das will. Diese Entwicklung ist besonders für Unternehmen im deutschsprachigen Raum interessant, die vor der Herausforderung des Fachkräftemangels stehen. Werkzeuge wie Claude Code ermöglichen es kleineren Teams, Projekte in einer Geschwindigkeit und Qualität umzusetzen, die früher großen IT-Abteilungen vorbehalten war.

Es geht nicht mehr nur darum, „wie baue ich das technisch?“, sondern vielmehr darum: „Was soll am Ende das Ergebnis für den Anwender sein?“. Die Technik rückt in den Hintergrund, das geschäftliche Ziel in den Vordergrund.

tl;dr:

Claude Code ist für uns bei Lexacore mehr als nur ein neues Programm – es ist eine enorme Erweiterung unserer handwerklichen Möglichkeiten. Im Unterschied zur KI im Browserfenster "wohnt" Claude Code auf unseren Rechnern, kann Dateien lesen und bearbeiten, Zusammenhänge erkennen und Aufgaben eigenständig abarbeiten. Und mit den neuesten Skills und Verbindungen wird es immer leistungsfähiger. Wir lieben Claude Code.